Ratgeber Eigentumswohnung verkaufen

Der beste Zeitpunkt hängt vor allem von Ihnen ab

Einen Kalendertag, an dem sich jede Eigentumswohnung am besten verkauft, gibt es nicht. Es gibt aber Faktoren, die Sie kennen sollten, bevor Sie sich festlegen.

Persönliche Pläne zuerst

Der häufigste Anlass für einen Verkauf ist eine Veränderung im Leben. Die Familie wächst und braucht mehr Platz, ein beruflicher Wechsel steht an, oder die Wohnung im dritten Stock ohne Aufzug wird im Alter beschwerlich. In solchen Fällen bestimmt meist der eigene Zeitplan, wann verkauft wird, und weniger die Lage am Markt. Manchmal sind es auch ganz praktische Gründe, etwa der Wunsch nach einem Garten oder nach einem kürzeren Weg zur Arbeit.

Hilfreich ist eine ehrliche Frage an sich selbst. Bis wann muss der Erlös verfügbar sein, und wie flexibel ist der Auszug? Wer keinen Druck hat, kann die Vermarktung in Ruhe vorbereiten. Wer schnell verkaufen muss, sollte umso mehr Wert auf vollständige Unterlagen und einen realistischen Angebotspreis legen.

Auch familiäre Ereignisse spielen eine Rolle. Bei einer Trennung müssen beide Eigentümer dem Verkauf zustimmen, und ein klar abgestimmter Zeitplan entlastet alle Beteiligten. Bei einer geerbten Wohnung entscheidet die Erbengemeinschaft gemeinsam, wann verkauft wird. In beiden Fällen hilft es, den Zeitpunkt nicht unter Druck festzulegen, sondern zuerst die Fakten zu sammeln, also Wert, Unterlagen und laufende Kosten.

Bewohnt oder leer stehend

Eine bewohnte Wohnung wirkt auf Interessenten oft wohnlicher, eine leere lässt sich dagegen flexibler zeigen und sofort übergeben. Steht die Wohnung nach Ihrem Auszug leer, laufen Hausgeld und Nebenkosten weiter. Das spricht dafür, die Vermarktung rechtzeitig vor dem Umzug zu beginnen. Wer schon ausgezogen ist, sollte die Wohnung regelmäßig lüften und kontrollieren, damit sie bei Besichtigungen gepflegt wirkt.

Fristen und Beschlüsse der Gemeinschaft

Einige Termine sollten Sie kennen, bevor Sie einen Verkaufszeitpunkt festlegen. Bei einer nicht selbst genutzten Eigentumswohnung ist das vor allem die zehnjährige Spekulationsfrist nach § 23 EStG. Haben Sie die Wohnung dagegen im Verkaufsjahr und in den beiden Jahren davor selbst bewohnt, greift die Ausnahme für Eigennutzung. Ihre Steuerberatung prüft den Einzelfall.

Ein weiterer Punkt ist das Darlehen, mit dem Sie die Wohnung einst gekauft haben. Läuft es noch mit fester Zinsbindung, kann eine vorzeitige Ablösung eine Vorfälligkeitsentschädigung auslösen. Endet die Zinsbindung in absehbarer Zeit, kann es sinnvoll sein, den Verkauf darauf abzustimmen. Fragen Sie Ihre Bank, welche Bedingungen in Ihrem Vertrag gelten, bevor Sie einen Termin festlegen.

Hand mit Smartphone bei der Planung eines Wohnungsverkaufs

Anstehende Sanierungen im Haus

Auch die Gemeinschaft hat ihren eigenen Kalender. Ist eine größere Sanierung bereits beschlossen, fragen Käufer, wer die Kosten trägt. Häufig regelt der Kaufvertrag, ob eine beschlossene Sonderumlage beim Verkäufer bleibt oder auf den Käufer übergeht. Wurde eine Maßnahme dagegen gerade abgeschlossen, kann das ein gutes Argument im Verkaufsgespräch sein, weil Interessenten mit weniger Arbeiten in den nächsten Jahren rechnen. Fragen Sie im Zweifel bei der Verwaltung nach, welche Maßnahmen absehbar sind, auch wenn noch nichts beschlossen ist.

Werfen Sie vor der Entscheidung einen Blick in die Einladung zur nächsten Eigentümerversammlung. Stehen dort größere Beschlüsse auf der Tagesordnung, sollten Sie diese in Ihre Planung einbeziehen.

Marktlage und Jahreszeit realistisch einschätzen

Viele Eigentümer fragen, ob Frühjahr oder Herbst besser für einen Verkauf ist. Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Helles Licht und ein grüner Innenhof machen Fotos zwar freundlicher, doch Käufer suchen das ganze Jahr. Wichtiger als die Jahreszeit sind Zinsniveau, das Angebot in Ihrer Gegend und der Zustand Ihrer Wohnung. Auch die Zahl ähnlicher Wohnungen, die gerade in derselben Anlage oder Straße angeboten werden, beeinflusst, wie Ihr Angebot wahrgenommen wird.

Warum Abwarten nicht immer lohnt

Wer auf steigende Preise hofft, sollte bedenken, dass niemand die Entwicklung sicher vorhersagen kann. In der Zwischenzeit fallen weiter Hausgeld, Instandhaltung und gegebenenfalls Zinsen an. Eine aktuelle, kostenfreie Bewertung zeigt Ihnen, wo Ihre Eigentumswohnung heute steht. Auf dieser Grundlage lässt sich besser entscheiden, ob Sie jetzt verkaufen oder bewusst noch warten. Bedenken Sie auch, dass sich Ihre eigene Lebensplanung verändert. Wer einen Verkauf über Jahre aufschiebt, muss die Wohnung in dieser Zeit weiter verwalten, vermieten oder instand halten.

Ich bespreche diese Fragen offen mit Ihnen und sage auch, wenn aus meiner Sicht ein späterer Zeitpunkt sinnvoller ist. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen, aber sie sollte auf nachvollziehbaren Zahlen beruhen und nicht auf Schlagzeilen.

Die Vorbereitung nicht unterschätzen

Unabhängig vom gewählten Zeitpunkt braucht ein Verkauf Vorlauf. Unterlagen müssen angefordert, Fotos gemacht und das Exposé geschrieben werden. Wer diese Schritte erledigt, bevor die eigentliche Vermarktung beginnt, kann flexibel reagieren, wenn sich der passende Moment ergibt. So bestimmen Sie selbst den Start und nicht die Verwaltung, die noch nach alten Protokollen sucht.

Übersicht

Was Käufer zu jedem Zeitpunkt prüfen

Unabhängig vom Zeitpunkt sehen Käufer eine Eigentumswohnung aus drei Blickwinkeln. Die Grafik hilft Ihnen, vorab zu prüfen, wo Ihre Wohnung gut aufgestellt ist.

Die WohnungDie GemeinschaftDie NutzungbezugsfreivermietetSondereigentumGemeinschaftseigentumSelbstnutzung oder MieteLage, Etage, GrundrissWohnfläche und ZustandEnergieausweisTeilungserklärungProtokolle und BeschlüsseHausgeld und RücklageMietvertrag und KautionKauf bricht nicht MieteTermin für die Übergabe
Schematische Darstellung der Prüfbereiche beim Wohnungskauf, keine vollständige Checkliste. Welche Unterlagen im Einzelfall nötig sind, hängt von Wohnung, Gemeinschaft und Teilungserklärung ab.
Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Verkaufszeitpunkt

Sollte ich vor dem Verkauf renovieren?

Kleinere Ausbesserungen wie frische Wandfarbe oder eine reparierte Tür helfen oft. Größere Renovierungen lohnen sich dagegen nicht immer, weil Käufer eigene Vorstellungen haben. Ich schaue mir die Wohnung an und sage Ihnen ehrlich, welche Arbeiten sinnvoll sind.

Kann ich verkaufen, wenn eine Sonderumlage beschlossen ist?

Ja. Käufer müssen davon aber wissen, und der Kaufvertrag sollte regeln, wer die Umlage trägt. Häufig wird das im Preis berücksichtigt. Ich spreche das Thema früh an, damit es im Notartermin keine Überraschung gibt.

Wie lange vorher sollte ich mit der Planung beginnen?

Für Unterlagen, Bewertung und Exposé sollten Sie einige Wochen einplanen, bevor die Vermarktung beginnt. Wie lange danach der Verkauf dauert, lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Ein früher Start nimmt Ihnen aber Druck aus dem Zeitplan.

Ist der Verkauf einer Eigentumswohnung im Winter ein Nachteil?

Nicht grundsätzlich. Interessenten suchen das ganze Jahr, und gute Fotos lassen sich auch in der kalten Jahreszeit machen. Entscheidend sind ein realistischer Preis, vollständige Unterlagen und eine Wohnung, die bei der Besichtigung hell und aufgeräumt wirkt.

Weiterlesen

Mehr aus unserem Ratgeber

Beratungsgespräch am Tisch mit Unterlagen und Laptop

Eigentumswohnung verkaufen – diese Unterlagen brauchen SieTeilungserklärung, Protokolle, Wirtschaftsplan und Energieausweis: welche Dokumente Käufer und Banken sehen möchten und woher Sie sie bekommen.Weiterlesen →
Zwei Personen im Büro freuen sich über einen erfolgreichen Abschluss

Vermietete Eigentumswohnung verkaufen – worauf es ankommtEine vermietete Wohnung lässt sich verkaufen, der Mietvertrag läuft weiter. Was das für Käufer, Mieter und den Ablauf bedeutet, lesen Sie hier.Weiterlesen →
Eigentumswohnung verkaufenEigentumswohnung verkaufen mit kostenfreier Bewertung, geprüften Unterlagen der Gemeinschaft, diskreter Vermarktung und Begleitung bis zum Notar.Zur Leistung →
Fragen zum richtigen Zeitpunkt

Kostenfreie Ersteinschätzung unter +49 (0) 30 28436770 oder per Nachricht.