Ratgeber Immobilie verkaufen
Jeder Verkauf folgt einer klaren Reihenfolge
Vom ersten Gespräch bis zur Schlüsselübergabe vergehen meist einige Monate. Wer die Etappen kennt, kann besser planen und trifft Entscheidungen mit mehr Ruhe.
Bevor die Vermarktung beginnt
Viele Eigentümer denken beim Verkauf zuerst an Anzeigen und Besichtigungen. Tatsächlich entscheidet sich ein großer Teil des Erfolgs schon vorher. Wer eine Immobilie verkaufen möchte, sollte sich zunächst über die eigenen Ziele klar werden und den Markt realistisch einschätzen. Erst danach lohnt es sich, Fotos zu machen und Interessenten anzusprechen.
Im ersten Termin sehe ich mir das Objekt gemeinsam mit Ihnen an. Wir gehen durch alle Räume, sprechen über Modernisierungen und über Dinge, die Käufer erfahrungsgemäß fragen werden. Dabei geht es noch nicht um den Preis, sondern um ein vollständiges Bild.
Gleichzeitig prüfe ich, welche Unterlagen bereits vorhanden sind und welche noch fehlen. Grundbuchauszug, Flurkarte, Energieausweis, Grundrisse und Wohnflächenberechnung brauchen etwas Vorlauf, wenn sie erst bei Ämtern angefragt werden müssen. Je früher wir damit beginnen, desto weniger Wartezeit entsteht später, wenn bereits Interessenten auf Antworten warten.
Ziele und Zeitrahmen klären
Ein Verkauf wegen eines geplanten Umzugs verläuft anders als ein Verkauf nach einem Erbfall. Manche Eigentümer brauchen den Erlös zu einem bestimmten Datum, andere haben keinen Zeitdruck. Diese Rahmenbedingungen bestimmen später, wie wir die Vermarktung anlegen und welchen Übergabetermin wir im Kaufvertrag anstreben.
Den Angebotspreis festlegen
Auf Grundlage der Besichtigung, der Unterlagen und vergleichbarer Verkäufe ermittle ich den Marktwert. Daraus leiten wir gemeinsam den Angebotspreis ab. Ein realistischer Einstieg ist wichtig, weil Interessenten sehr genau vergleichen. Steht ein Angebot zu lange mit einem zu hohen Preis im Markt, wirkt es schnell wie ein Ladenhüter.
Vermarktung und Besichtigungen
Sind Preis und Strategie festgelegt, bereite ich die Unterlagen auf. Dazu gehören professionelle Fotos, ein Grundriss, ein ausführliches Exposé und auf Wunsch eine virtuelle Besichtigung. Je klarer diese Unterlagen sind, desto gezielter melden sich Menschen, für die das Angebot wirklich infrage kommt.
Ob die Vermarktung öffentlich oder diskret erfolgt, haben wir vorher gemeinsam entschieden. In beiden Fällen bekommen zuerst die Suchkunden aus meinem Netzwerk Bescheid, deren Wünsche zum Objekt passen. Erst danach folgt, wenn gewünscht, die Anzeige in den bekannten Portalen.
Wie viele Besichtigungen nötig sind, hängt von Objekt und Nachfrage ab. Manchmal passt schon der zweite Termin, manchmal braucht es mehr Geduld. Wichtig ist, dass Sie in dieser Phase erreichbar bleiben und Rückfragen zügig beantwortet werden können. Wer eine Immobilie verkaufen will, sollte deshalb Urlaube oder längere Abwesenheiten möglichst vorher mit mir absprechen.
Interessenten vorab prüfen
Bevor jemand zur Besichtigung kommt, spreche ich mit ihm über seine Pläne und lasse mir einen Finanzierungsnachweis zeigen. Das erspart Ihnen Termine mit Menschen, die sich das Objekt am Ende nicht leisten können. Die Besichtigungen führe ich selbst und gebe Ihnen danach eine ehrliche Rückmeldung zu Eindrücken und Fragen.
Wenn Sie Ihre Immobilie verkaufen, während Sie noch darin wohnen, legen wir Besichtigungen am besten auf feste Zeitfenster. So bleibt Ihr Alltag planbar.
Verhandlung, Notar und Übergabe
Meldet sich ein ernsthafter Käufer, beginnt die Verhandlung. Ich führe die Gespräche, bespreche jedes Angebot mit Ihnen und gebe Ihnen eine Einschätzung, ob es zum Marktwert passt. Die Entscheidung treffen immer Sie. Wenn Sie zustimmen, gebe ich die Eckdaten an den Notar weiter.
Manchmal liegen mehrere Angebote gleichzeitig vor. Dann zählt nicht nur die Höhe des Preises. Auch die Sicherheit der Finanzierung, der gewünschte Übergabetermin und besondere Wünsche des Käufers spielen eine Rolle. Ich stelle Ihnen die Angebote nebeneinander, damit Sie in Ruhe abwägen können, welches am besten zu Ihren Plänen passt.
Der Weg zum Notartermin
Der Notar erstellt den Kaufvertragsentwurf, den beide Seiten vorab erhalten und in Ruhe lesen können. Ich gehe den Entwurf mit Ihnen durch und kläre offene Punkte mit dem Notariat, etwa den Übergabetermin oder mitverkaufte Einbauten. Beim Beurkundungstermin bin ich auf Wunsch dabei.
Nach der Unterschrift sorgt der Notar dafür, dass der Kaufpreis erst fällig wird, wenn die vereinbarten Voraussetzungen erfüllt sind. Anschließend veranlasst er die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch.
Die Übergabe des Objekts
Ist der Kaufpreis gezahlt, folgt die Übergabe. Wir gehen gemeinsam mit dem Käufer durch die Räume, notieren Zählerstände und den Zustand und übergeben die Schlüssel. Das Übergabeprotokoll unterschreiben beide Seiten. Damit ist der Verkauf für Sie abgeschlossen, und Sie können sich ganz auf Ihren nächsten Lebensabschnitt konzentrieren. Wenn Sie Ihre Immobilie verkaufen und gleichzeitig eine neue suchen, stimmen wir beide Termine von Anfang an aufeinander ab.
Übersicht
Die fünf Etappen im Überblick
Die Grafik fasst den Ablauf zusammen, den ich mit jedem Verkäufer gehe. Sie zeigt, welche Etappe auf welche folgt.
Häufige Fragen zum Ablauf
Wie viel Zeit sollte ich für den Verkauf einplanen?
Eine feste Dauer gibt es nicht, weil Lage, Zustand und Nachfrage sehr unterschiedlich sind. Rechnen Sie mit einigen Monaten vom ersten Gespräch bis zur Übergabe und planen Sie Ihren Umzug mit etwas Puffer.
Muss ich bei jeder Besichtigung anwesend sein?
Nein. Die Besichtigungen führe ich selbst. Viele Eigentümer sind lieber nicht dabei, weil Interessenten dann offener fragen. Nach jedem Termin erhalten Sie von mir eine Rückmeldung.
Was passiert nach der Unterschrift beim Notar?
Der Notar sorgt dafür, dass der Kaufpreis erst fällig wird, wenn die vereinbarten Voraussetzungen erfüllt sind. Danach veranlasst er die Eintragung des Käufers im Grundbuch. Die Übergabe erfolgt in der Regel nach Zahlung des Kaufpreises.
Wann kann ich eine Immobilie verkaufen, die noch vermietet ist?
Grundsätzlich jederzeit, denn der Mietvertrag geht mit dem Verkauf auf den Käufer über. Vermietete Objekte sprechen meist andere Käufergruppen an als leer stehende. Das berücksichtige ich bei Preis und Vermarktung.
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