Ratgeber Immobilie finden

Eine gute Vorbereitung macht die Besichtigung aussagekräftig

Bei der Besichtigung entscheidet sich, ob aus einem Angebot Ihr neues Zuhause werden kann. In der Immobiliensuche ist sie der Moment, in dem Fotos auf Wirklichkeit treffen.

Vor dem Termin

Eine gute Vorbereitung ist bei der Immobiliensuche die halbe Arbeit. Lesen Sie das Exposé vollständig und notieren Sie, was Ihnen auffällt oder fehlt. Vergleichen Sie Grundriss und Wohnfläche mit Ihrem Suchprofil und prüfen Sie, ob der Preis zu Ihrem finanziellen Rahmen passt. Schauen Sie sich die Umgebung vorher auf einer Karte an, und wenn möglich, fahren Sie einmal zu einer anderen Tageszeit vorbei. So erleben Sie Verkehr, Geräusche und Nachbarschaft, wie sie im Alltag sind.

Die richtigen Fragen notieren

Bereiten Sie eine kurze Liste mit Fragen vor. Bei einem Haus interessieren Baujahr, Zustand von Dach, Fenstern und Heizung sowie durchgeführte Modernisierungen. Bei einer Wohnung kommen Hausgeld, Erhaltungsrücklage und geplante Maßnahmen der Gemeinschaft hinzu. Fragen Sie auch, warum verkauft wird und ab wann die Immobilie frei ist.

Fragen Sie außerdem nach den laufenden Kosten. Bei einem Haus sind das etwa Grundsteuer, Versicherungen, Müll und Wasser, bei einer Wohnung vor allem das Hausgeld. Diese Zahlen gehören in Ihre Rechnung, denn sie begleiten Sie jeden Monat.

Nehmen Sie Maßband, Notizblock und Ihr Smartphone für Fotos mit, sofern der Eigentümer einverstanden ist. Bei einer vermieteten Wohnung gilt besondere Rücksicht, denn Sie betreten das Zuhause der Mieter.

Planen Sie für den Termin ausreichend Zeit ein. Wer schon den nächsten Termin im Nacken hat, übersieht leicht wichtige Details oder traut sich nicht, eine Frage ein zweites Mal zu stellen.

Vor Ort genau hinschauen

Lassen Sie sich bei der Besichtigung Zeit. Gehen Sie jeden Raum bewusst ab und achten Sie auf Lichteinfall, Geräusche und Gerüche. Feuchte Flecken, Risse oder ein muffiger Geruch im Keller können auf Schäden hinweisen. Öffnen Sie Fenster und Türen und prüfen Sie, ob sie gut schließen. Achten Sie im Bad auf Fugen und Wasserdruck. Wer bei der Immobiliensuche mehrere Objekte besichtigt, vergleicht mit solchen Notizen später deutlich leichter.

Schauen Sie auch über die eigenen Wände hinaus. Wie gepflegt sind Treppenhaus, Hof und Nebengebäude? Wo stehen Mülltonnen und Fahrräder? Gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten? Solche Kleinigkeiten prägen später den Alltag oft stärker als die Farbe der Fliesen. Fragen Sie bei einer Wohnung, wo Keller- und Abstellräume liegen und ob ein Stellplatz dazugehört.

Mehrfamilienhaus mit Balkonen bei einer Besichtigung von außen

Energieausweis und Haustechnik

Der Energieausweis muss Ihnen spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden. Er gibt einen ersten Eindruck vom energetischen Zustand. Für einige Gebäude, etwa Baudenkmäler, gelten Ausnahmen. Fragen Sie zusätzlich nach Alter und Art der Heizung, denn hier können in den nächsten Jahren größere Ausgaben anstehen. Als Energieberater erkläre ich Ihnen gern, was die Kennwerte bedeuten.

Werfen Sie auch einen Blick in Keller und, wenn möglich, auf den Dachboden. Dort zeigen sich Feuchtigkeit, alte Leitungen oder Spuren früherer Schäden oft deutlicher als in frisch gestrichenen Wohnräumen. Fragen Sie nach Rechnungen für größere Arbeiten der letzten Jahre. Sie zeigen, was tatsächlich erneuert wurde, und helfen Ihnen, anstehende Kosten realistischer einzuschätzen.

Machen Sie direkt nach dem Termin Notizen, solange Ihre Eindrücke frisch sind. Nach mehreren Besichtigungen verschwimmen die Details sonst schnell.

Nach der Besichtigung

Gefällt Ihnen das Objekt, ist ein zweiter Termin sinnvoll. Kommen Sie zu einer anderen Tageszeit und bringen Sie, wenn möglich, eine vertraute Person mit. Bei älteren Häusern kann ein unabhängiger Sachverständiger helfen, den Zustand und mögliche Kosten einzuschätzen. Diese Ausgabe ist im Vergleich zum Kaufpreis meist überschaubar. Gehen Sie vor dem zweiten Besuch Ihre Notizen durch und achten Sie gezielt auf die Punkte, die beim ersten Termin offen geblieben sind.

Unterlagen vor der Entscheidung prüfen

Bevor Sie verhandeln, sollten Sie alle wichtigen Unterlagen gelesen haben, also Grundbuchauszug, Grundriss, Wohnflächenberechnung und Energieausweis, bei einer Wohnung zusätzlich Teilungserklärung, Protokolle und Wirtschaftsplan. Fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist. Erst wenn Sie das Objekt wirklich kennen, gehört es in die engere Wahl Ihrer Immobiliensuche.

Ich stelle Ihnen die vorhandenen Unterlagen zusammen und beantworte Ihre Fragen. Was ich nicht sicher weiß, kläre ich mit dem Eigentümer, statt zu raten. Sprechen Sie parallel mit Ihrer Finanzierungsberatung, damit Sie bei einer Einigung zügig einen Nachweis vorlegen können.

Entscheiden ohne Druck

Lassen Sie sich nach einer Besichtigung nicht drängen. Eine Immobilie ist für die meisten Menschen eine der größten Anschaffungen ihres Lebens. Wer unsicher ist, sollte offene Fragen klären, statt vorschnell zuzusagen. Ich sage Ihnen ehrlich, wenn weitere Interessenten im Gespräch sind, mache aber keinen künstlichen Zeitdruck. Eine gute Entscheidung braucht klare Fakten und etwas Ruhe.

Übersicht

Die Besichtigung im Gesamtablauf

Die Besichtigung ist die dritte von fünf Etappen Ihrer Immobiliensuche. Die Grafik zeigt, was davor und danach kommt.

Der Weg zur eigenen Immobilie1SuchprofilLage, Größe, BudgetMuss und Kann2FinanzierungRahmen klärenNebenkosten einplanen3Besichtigungvor Ort ansehenFragen notieren4PrüfungUnterlagen lesenEnergieausweis5NotarKaufvertragÜbergabe, SchlüsselDie Etappen können sich je nach Angebot und Finanzierung überschneiden
Schematische Darstellung des typischen Ablaufs, kein verbindlicher Zeitplan. Reihenfolge und Dauer hängen vom Angebot, von der Finanzierung und vom Notartermin ab.
Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Besichtigung

Wie viele Besichtigungen sind vor einem Kauf üblich?

Für ein Objekt, das ernsthaft infrage kommt, sind zwei Termine sinnvoll. Insgesamt hängt die Zahl davon ab, wie genau Ihr Suchprofil ist. Je klarer Ihre Immobiliensuche ausgerichtet ist, desto weniger Termine brauchen Sie meist.

Darf ich bei der Besichtigung fotografieren?

Fragen Sie vorher nach. Viele Eigentümer sind einverstanden, wenn die Fotos nur für Ihre eigenen Unterlagen gedacht sind. In vermieteten Wohnungen entscheiden die Mieter mit, denn es geht um ihre privaten Räume.

Was ist eine virtuelle Besichtigung?

Ein digitaler Rundgang, bei dem Sie sich am Bildschirm durch die Räume bewegen. Er ersetzt den Termin vor Ort nicht, hilft aber zu entscheiden, ob sich der Weg lohnt. Bei manchen Angeboten stelle ich eine solche Besichtigung bereit.

Sollte ich einen Gutachter mitnehmen?

Bei älteren Gebäuden oder sichtbaren Mängeln kann das sinnvoll sein. Ein unabhängiger Sachverständiger schätzt Zustand und mögliche Kosten fachlich ein. Sprechen Sie den Termin mit mir ab, damit der Eigentümer Bescheid weiß.

Weiterlesen

Mehr aus unserem Ratgeber

Hand hält ein Smartphone

Suchprofil anlegen – so wird die Immobiliensuche gezielterEin gutes Suchprofil trennt Wünsche von Notwendigkeiten. Wie Sie Lage, Größe, Budget und Zeitrahmen festlegen und warum sich das bei der Suche auszahlt.Weiterlesen →
Kleine Hausmodelle stehen auf Stapeln von Münzen

Kaufnebenkosten – was bei der Immobiliensuche einzuplanen istGrunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Provision: welche Kosten zum Kaufpreis hinzukommen und warum Sie sie früh in Ihre Planung einbeziehen sollten.Weiterlesen →
Immobilie findenImmobiliensuche mit persönlichem Suchprofil, Angeboten auch ohne öffentliches Inserat, Begleitung bei der Besichtigung und Finanzierung im Blick.Zur Leistung →
Fragen zur Besichtigung

Kostenfreie Ersteinschätzung unter +49 (0) 30 28436770 oder per Nachricht.